
Ohlendorf
Ohlendorf auf historischen Karten
Kurhannoversche Landesaufnahme von 1772

August Papen, Mitglied des Königlich Hannoverschen Ingenieurkorps, vereinte erfolgreich die Fähigkeiten eines Landvermessers, Kartografen und Unternehmers. In einer Zeit des Wandels und der Reformen setzte er von 1832 bis 1848 mit Unterstützung des Königreichs Hannover seine Vorstellungen von modernen Karten im Maßstab 1:100.000 um.
Verglichen mit der Landesaufnahme von 1772 enthält seine Karte von 1835 weniger Details. Besonders auffällig ist jedoch die präzise Darstellung des "Alten Postwegs", der damals noch um Pattensen herumgeführt wurde.
Königlich Preussische Landesaufahme von 1880

Bilder:
LGLN Blatt 66 Kurhann. Landesufn. 1776
LGLN Blatt 16 Atlas v. Papen 1835
LGLN Blatt PL2626 Pr. Landesaufn. 1880
Die Kurhannoversche Landesaufnahme gehört zu den ersten Karten, auf denen Ohlendorf verzeichnet ist. Auf älteren Karten, wie der Vogteikarte von Pattensen des Arztes und Kartografen Dr. Johann Mellinger aus dem Jahr 1590, taucht der Ort nicht auf. Einige Karten verwechseln Ohlendorf mit Oldendorf/Luhe, südlich von Salzhausen.
Die Landesaufnahme wurde zwischen 1764 und 1786 während der Regierungszeit von König Georg III. von Großbritannien und Hannover erstellt. Obwohl Georg III. seine deutschen Stammlande nie persönlich besuchte, kümmerte er sich um deren Verwaltung.
Die Kartierung erfolgte zu einer Zeit, als die Landschaft noch weitgehend unverändert war. Die Umverteilung des Gemeindelandes in private Grundstücke, die sogenannte Verkopplung, wurde in Ohlendorf erst 1840 abgeschlossen.
Die Karte zeigt eine weitgehend ursprüngliche Landschaft mit natürlichen Gegebenheiten wie Brüchen, Mooren, Binnendünen und Wasserläufen. Gleichzeitig sind jedoch bereits die Auswirkungen der Heidebauernwirtschaft erkennbar, etwa durch Ackerbau, Viehhaltung, die Nutzung der Heide durch Plaggenhieb, Abbrennen, Beweidung mit Schnucken und Imkerei.
Besonders detailliert sind die Bodennutzung und die Vegetation dargestellt. Erstmals wurde auch das komplexe Wegenetz mit seinen zahlreichen Verzweigungen kartiert. Zudem sind markante Erhebungen, wie der "Finckhütten Berg", und auch Flurnamen verzeichnet.
Die Karte beeindruckt durch eine erstaunlich hohe Genauigkeit – besonders bemerkenswert, da zur Zeit ihrer Erstellung das später in der Kartografie gebräuchliche Dreiecksnetz-Modell noch nicht bekannt war.
Besonders interessant an dieser Karte ist, dass sie Landschaftsmerkmale zeigt, die bis heute erhalten geblieben sind. Einige Geländebezeichnungen sind noch geläufig, während andere in Vergessenheit geraten sind. Auch bestimmte Wege haben sich über die Jahrhunderte kaum verändert.
Der "Buchwedel" lag nordöstlich des Postweges, und die Fläche zwischen dem Ort und diesem Gebiet bestand damals ausschließlich aus Heide. Auffällig sind zudem die Wiesen beidseits des heutigen Pferdeweges, die bereits auf der historischen Karte eingezeichnet sind.
Die kleineren Waldstücke in Ortsnähe wurden um 1840 gefällt, um die Kosten der Verkopplung sowie die Ablösung der Zehntlasten finanzieren zu können.
Die Erstellung dieses Kartenwerks wurde auf Anregung von Generalfeldmarschall von Moltke im Maßstab 1:25.000 initiiert. Im Jahr 1875 richtete man in Berlin die "Königlich Preußische Landesaufnahme" ein. Nach einer neuen Triangulation und topografischen Erfassung entstand zwischen 1877 und 1912 die "Preußische Landesaufnahme" für das Gebiet des heutigen Niedersachsen. Das Format und der Maßstab der TK25 sind bis heute gebräuchlich.
Auf der linken Kartendarstellung ist die alte Straßenverbindung Ohlendorf – Ramelsloh über den Osterberg gut erkennbar. Nördlich davon liegen die Sanddünen, während die Heideflächen um den Finkhüttenberg bereits in der Aufforstung begriffen sind. Der Finkhüttenberg wurde exakt vermessen und mit einer Höhe von 63,9 m als die höchste Erhebung der heutigen Gemeinde Seevetal ausgewiesen.
Der Ort selbst bestand damals nur aus wenigen Höfen, Brinksitzer- und Abbauerstellen. Neue Häuser wurden entlang der heutigen Straßen "Zum Buchwedel", "Brackeler Straße" und "Holtorfsloher Straße" gebaut. Der Bau der Autobahn begann erst 50 Jahre später.
Topographischer Atlas von A.Papen 1835
Quelle:
LGLN Beschreibung zur Kurhann. Landesufn. 1776
LGLN Beschreibung zun Atlas v. Papen 1835
LGLN Beschreibung zur Pr. Landesaufn. 1880

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