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Das Handwerk

​SCHMIEDE- & METALLBAUERHANDWERK

Seit 1770 ist die Existenz eines Schmiedebetriebes in Ohlendorf belegt. Wie das Schmiedehandwerk selbst durchlebte auch der Schmeidebetrieb der Familie Detgen viele Veränderungen. Ursprünglich war der Schmied vor allem für die Herstellung und Reparatur von Werkzeugen,  Hufeisen und einfachen Gebrauchsgegenständen zuständig. Mit der Industrialisierung veränderten sich die Anforderungen: Maschinen und technische Geräte hielten Einzug in die Landwirtschaft, und die klassische Dorfschmiede wurde zunehmend zur Werkstatt für landwirtschaftliche Geräte. Aus dem Huf- und Wagenschmied entwickelte sich so die Landmaschinenschlosserei, die nicht mehr nur Eisen schmiedete, sondern komplexe Maschinen reparierte, wartete und an die Bedürfnisse der Bauern anpasste. Heute steht nicht mehr das Schmieden am Amboss im Vordergrund, sondern die moderne Metallbearbeitung, Schweißtechnik und der Einsatz von Spezialwerkzeugen und Diagnosegeräten – ein Handwerk, das Tradition mit moderner Technik verbindet. 

Nachdem Gerhard Detgen den Betrieb in den 80er Jahren an Adolf Marquardt übergab, wird der Betrieb heute durch die Familie Böhring weitergeführt. 

MÜLLERHANDWERK

Wind- und Wassermühlen waren über Jahrhunderte hindurch von großer Bedeutung. Mühlen ware die vor- und frühindustriellen Industriebetriebe, bis dann im 19. Jahrhundert die umfassende Industralisierung begann. Im Gebiet der heutigen Gemeinde Seevetal existierten zahlreiche Wasser- und Windmühlen. Daher fand auch der Mühlstein einen Platz im Seevetaler Gemeindewappen. 

Auch in Ohlendorf wurde eine Mühle benötigt, um das per Hand ausgedroschene Getreide weiterverarbeiten zu können. Vorerst war dieses nur den Wassermühlen vorbehalten, doch seit dem 18. Jahrhundert kamen Windmühlen hinzu die dann erst zur Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert von Motormühlen verdrängt wurden. Von Windmühlen ging eine besondere Faszination aus, waren sie doch für damalige Verhältnisse komplexe Bauwerke und strahlten durch ihre Größe und rotierenden Windrädern eine gewisse Dominanz aus. 

Die spätere Mühle von Ohlendorf wurde 1823 in Bergedorf als Lohwindmühe auf dem dortigen Gerberhof errichtet. Ihren Stil nannte man damals "Hölländische Jungfer" - bedingt durch ihr damenhaftes Aussehen mit der Verjüngung in der Mitte. Im Jahr 1831 wurde sie ein erstes Mal nach Krümmel versetzt für die Dienste von "Machenhauers Lederfabrik". Dort musste sie wiederum der "Dynamitfabrik Nobel" weichen und wurde um 1875 nach Moorburg als Entwässerungmühle verkauft. 1891 kaufte sie der Boizenburger Müller Paul Wegener und stellte sie in Ohlendorf als Kornmühle auf. Bereits 1908 erhielt die Mühle einen Benzinmotor. Ab 1929 ersetzte der Motorbetrieb mit Benzin völlig den Betrieb durch Windkraft. Im Jahre 1949 wird die Windmühle abgebrochen und ein Motormühlenhaus in der Nachbarschaft errichtet. Ab 1950 war die Mühle als Futtermittelschrotmühle  für Grobmehl und Backschrot in Betrieb. 1979 wurde die Mühle aus Nachwuchsmangel stillgelegt und anschließend wurde im Jahr 1980 das Mahlwerk an die Hittfelder Mühle verkauft. 1988 zog Heinrich Wegner, Neffe des Mühlenbauers zum Antritt seiner Pension nach Tostedt. Im Jahre 1996 wurde das Mühlengebäude abgerissen, ein Restteil verblieb als modernisiertes Wohngebäude. 

Bilder:

Sammlung Karl-Werner Vick

DAS HANDWERK ÜBER DIE JAHRHUNDERTE

Bis ins 18. Jahrhundert hinein bestand der Ort Ohlendorf lediglich aus Höfen und war agrarisch geprägt. Ab den 1720er Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Ansiedlung von neuen Höfen, die zusätzlich einen Handwerksbetrieb nachgingen einen großen Mehrwert für die Dorfgemeinschaft brachten. Diese wurden in der "Brink" - außerhalb des Ortes - angesiedelt und hießen "Brinksitzer". 

Über mehrere Jahrhunderte hatte Ohlendorf drei klassische Brinksitzer, von denen die Familien Detgen (Schmied), Karstens &  Grote (beide Tischler) waren.

Mit der Zeit siedelten sich immer mehr Handwerker an von denen nur noch wenige Betriebe heute existieren. 

 

TISCHLEREIHANDWERK

Im Jahr 1902 gründete Hermann Grote eine Tischlerei in einem kleinen Gebäude an der heutigen Ohlendorfer Straße. Dies war die erste Keimzelle der späteren Möbelfabrik Grote. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wuchs die Nachfrage nach Türen, Fenstern und Möbel. Im Laufe der Zeit fokussierte sich die Tischlerei Grote auf die Herstellung von Schränken und Möbeln. 

Ein größerer Neubau wurde 1930 geschaffen, der später dann erweitert wurde. 1964 zog die Tischlerei Hermann Grote dann vom Standort in der "Ohlendorfer Straße" an die Straße "Zum Suhrfeld". Nachdem der Betrieb Anfang der 2000er aufgegeben wurde riss man das Gebäude ab und erschloss dort später das heutige Neubaugebiet "Huuskoppel". Das Gebäude am ehemaligen Standort in der "Ohlendorfer Straße" beherbergt seit dem Umzug in den 1970er Jahren ein Geschäft für Orientteppiche und Wohndesign.  

 

 

Quelle:

Richers, Wilhelm 1936        -     Ohlendorf - Die Geschichte eines Dorfes - (Artikel Winsener                                                                Nachrichten)

Richers, Wilhelm 1977        -     Die Chronik der Dörfer Ohlendorf und Holtorfsloh

Vick, Karl Werner 2005       -     Unser Ohlendorf  - "Dat ole Dörp"

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