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Frühgeschichte

Bilder:

LGLN                                            Blatt 66 Kurhann. Landesufn. 1776

Richers, Wilhelm                        Chronik der Dörfer Ohlendorf und                                                            Holtorfsloh, 1977

In der Ohlendorfer Gemarkung weisen 23 noch erhaltene Grabhügel auf eine frühe Besiedlung im Bereich des Dorfes hin. Die Lage Ohlendorfs im Übergangsbereich von der wasserhaltigen Marschniederung zur Geest bot den damaligen Siedlern günstige Voraussetzungen für den Nahrungserwerb. Auf den kargen und sandigen Heideböden der Geest fanden sich allerdings nur für die Schaf- und Bienenzucht gute Nutzungsmöglichkeiten. Dennoch konnte zusammen mit den günstigen Wirtschaftsbedingungen am Rande des feuchten Elburstromtals eine ausreichende Lebensgrundlage geschaffen werden. Generell bot der Übergang von der Marsch in die Geest optimale Voraussetzungen, da beide Vorteile, sicherer Standort und fruchtbarer Boden genutzt werden konnten. 

ARCHÄOLOGISCHE GRABUNGEN

Im Jahr 1910 führte das damalige Museum für das Fürstentum Lüneburg Grabungen in der Gemarkung Ohlendorf durch. Es wurden ein Urnenfriedhof aus der Eisenzeit (700 - 600 v. Chr) sowie einige Hügelgräber untersucht. Der markanteste untersuchte Grabhügel mit einem Durchmesser von 18m und 1,8m erhaltener Höhe ist am Standort in der Straße zum Osterwald, in der Dorfmitte, zu finden.  Hier wurde eine Hockerbestattung in Südost-Nordwest-Ausrichtung geborgen, die auf einer Steinunterlage lag. Als Beigaben konnten zwei keramische Becher in Einzelgrabkultur dokumentiert werden. Diese wurden auf das Ende der Jungsteinzeit datiert. Weitere Grabhügelgruppen befinden sich nördlich der Straße "Zum Rehberg" sowie im Bereich des "Alten Postweges" sowie "Zum Langenberg". 

Da eine Vielzahl von Hügelgräbern in der Gemarkung Ohlendorf verstreut ist, stellt sich die Frage, wo sich die ersten Siedler niedergelassen haben.

ENTSTEHUNGSGRÜNDE DER ORTSCHAFT

Die Geest bot mit ihren sandigen Böden über Jahrhunderte lediglich die Möglichkeit der Heidebauernwirtschaft. Diese beinhaltete die Schaf- und Bienenzucht im Gegensatz zur Rinder- und Schweinehaltung in der Marsch. Von der Kombination dieser beider Wirtschaftsformen machten die Ohlendorfer Bauern jahrhundertelang gebrauch. So hatten sie Wiesen im heutigen Achterdeich / Stelle gepachtet, um so den hohen Bedarf an Stroh und Heu decken zu können. Es wurden im 19. und 20. Jahrhundert - in der Relation zur Ortsgröße - verhältnismäßig viele Rinder gehalten. 

Für den Standort der ersten Behausungen war es wichtig vor Überflutung  geschützt zu sein, aber dennoch eine permanente Wasserversorgung sicherzustellen. Diese war in der heutigen Ortsmitte von Ohlendorf gegeben. Ein kleiner Bachlauf - der das Oberflächenwasser sammelte - war vorhanden und es gab einige Wiesen. Der Bach wird sich im Bereich der Straße "An den Teichen" befunden haben und ist heutzutage versandet oder kanalisiert worden. Auch geben die heute noch existierenden Teiche einen Hinweis über die Fließrichtung der Wasserstellen und Bachläufe. Die Teiche dienten lediglich der Versorgung der Tiere. Fische wurden nicht gehalten, die Schulchronik berichtet vom Austrocknen die Teiche  in heißen Sommern der 1880er Jahre.

Anfangs haben sich die ersten Siedler in sogenannten Langhäusern niedergelassen. Noch heute sind vielen älteren Bewohner die alten Hausnummern bekannt, die zum 01.01.1858 durch das königlich-hannoversche Ministerium eingeführt wurden. Diese waren unter Berücksichtigung bisheriger Brandkassennummern zu wählen und geben Hinweise über deren Alter und Höfeklasse (Vollhof, Halbhof oder Brinksitzer), wenn gleich die Reihenfolge der Hausnummern nicht dem ursprünglichem Alter der Häuser entspricht.   

Quellen:

Richers, Wilhelm                        Chronik der Dörfer Ohlendorf und Holtorfsloh, 1977

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