
Ohlendorf
Der Ortsname

Der Name des Dorfes „Ohlendorf“ hat seinen Ursprung im Niederdeutschen. Das Wort „Ohl“ bedeutet „alt“, weshalb der Name als „altes Dorf“ interpretiert werden kann.
Frühere Heimatforscher sahen darin ein Indiz dafür, dass Ohlendorf älter sein könnte als die umliegenden Dörfer. Neuere Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass die Besiedlung im Gebiet des heutigen Landkreises Harburg – insbesondere im Übergangsbereich zwischen der Elbmarsch und der höher gelegenen Geest – etwa zur gleichen Zeit begann.
Ein Beleg für alte Siedlungsstrukturen sind die zahlreichen Hügelgräber aus der Zeit von etwa 3000 bis 1000 v. Chr., die sich in der Gemarkung Ohlendorf befinden. Diese archäologischen Funde zeigen, dass bereits in der Bronzezeit Menschen in dieser Region sesshaft waren.
Eine Gemarkung ist ein genau abgegrenztes geografisches Gebiet, das die gesamte Fläche einer Gemeinde oder eines Dorfs umfasst. Sie dient der rechtlichen sowie katastermäßigen Einteilung von Grundbesitz und legt fest welche Flächen zur Ortschaft gehören.
Die Gemarkung Ohlendorf existiert seit 1840 und grenzt an mehrere Nachbardörfer:
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Norden: Horst, Maschen und Stelle
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Westen: Ramelsloh
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Süden: Thieshope
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Osten: Holtorfsloh, Ashausen und Scharmbeck
Der Ort Ohlendorf selbst liegt im westlichen Bereich der Gemarkung, direkt angrenzend an Ramelsloh. Die nächstgelegenen größeren Mittelzentren sind Buchholz in der Nordheide, Winsen (Luhe) und Hamburg-Harburg.
Der Ort liegt auf einer Höhe von etwa 50 m über NN. In der Gemarkung Ohlendorf befindet sich die höchste Erhebung der Gemeinde Seevetal mit dem 63 m hohen Finkhüttenberg.
Die Gemarkung

Die Frühgeschichte

Bilder:
LGLN Blatt 66 Kurhann. Landesufn. 1776
LGLN Blatt PL2626 Pr. Landesaufn. 1945
Richers, Wilhelm et. al Chronik der Dörfer Ohlendorf und Holtorfsloh 1977
Die Gegend um Ohlendorf wurde bereits sehr früh besiedelt, wie die noch sichtbaren Grabhügel in der Umgebung belegen. Diese werden auf die Zeit zwischen 3000 und 1000 v. Chr. datiert und zeugen von einer kontinuierlichen menschlichen Besiedlung über Jahrtausende hinweg.
Die ersten Siedler fanden in dieser Region günstige Lebensbedingungen vor. Am Rand der Geest, nahe der Marsch, gab es sowohl Weideflächen als auch ausreichend Wasser. Zwar waren die Böden in der Marsch fruchtbarer, doch dort bestand die ständige Gefahr großer Überschwemmungen durch die nahegelegene Elbe, da es damals noch keine Deiche gab.
Die Kurhannoversche Landesaufnahme von 1776 zeigt, dass es früher noch weit mehr Grabhügel existierten. Viele von ihnen sind vermutlich durch Bauarbeiten und landwirtschaftliche Nutzung verschwunden. Belege hierfür finden sich in der Ohlendorfer Schulchronik in der der damalige Lehrer Jürgens in den 1910er Jahren die Ohlendorfer Bauern ermahnte, Scherben und ähnliche Bodenfunde unverzüglich bei ihm zu melden. Dies geschah nur sporadisch und die Fundstellen - wie ein Urnengräberfeld aus der Bronzezeit am südöstlichen Rand des Dorfes - weckten bei den Ohlendorfern eine gewisse Neugier, sodass die Funde vor der Durchführung einer archäologischen Sicherung in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Schriftliche Aufzeichnungen über Ohlendorf existieren erst ab dem Jahr 1252, als der Ort im Zusammenhang mit dem Bistum Verden erwähnt wurde. Weitere Dokumente aus dem 15. Jahrhundert beziehen sich hauptsächlich auf Abgaben und Besitzansprüche der Bewohner.
Quellen:
Richers, Wilhelm et.al 1977 - Chronik der Dörfer Ohlendorf und Holtorfsloh
Dederke, Peter 2005 - Pattensen - Die Geschichte eines Dorfes am Rande der Geest
Archiv Gemeinde Seevetal - Schulchronik
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