
Ohlendorf
Die Schule

Bilder:
Sammlung Karl-Werner Vick
SCHULPFLICHT IM 17. JAHRHUNDERT
Die allgemeine Schulpflicht in Deutschland entwickelte sich ab Mitte des 17. Jahrhunderts. Bis dahin war Bildung über Jahrhunderte den Söhnen des Adels vorbehalten. Im Lüneburger Raum bestand eine Adels-Schule im Michaeliskloster.
Mit der Reformation und dessen lehrreichen Charakter wurde durch Luther die Forderung nach einer besseren und allgemeineren Schulerziehung der Jugend laut. Dies beinhaltete auch die Verbesserung der weiblichen Bildung, die bisher vernachlässigt wurde. Sie zielte besonders auf die Vermittlung des Katechismus ab, welches oft in die Hände der Küster gelegt wurde, da die Pfarrer hierfür keine Zeit aufbringen konnten. Für die Küster bedeutete dies die Chance auf eine Nebentätigkeit. Dennoch sah die Realität oft so aus, dass nicht alle Küster in der Lage waren, Lesen und Schreiben zu vermitteln.
Im Fürstentum Lüneburg forderte die Lüneburger Kirchenordnung von 1564 alle Küster auf, Schulunterricht zu geben. Dieser Aufforderung wird wohl nur in den seltensten Fällen Folge geleistet worden sein. Außerhalb von Kirchdörfern stellte der Besuch des Schuldienstes für die Kinder und Eltern einen erheblichen Aufwand da, sei es aufgrund der Erntearbeit im Sommer oder den schlechten Wetterbedingungen im Winter.
GRÜNDUNG DER SCHULE
Der genaue Zeitpunkt wann die Gemeinde Ohlendorf ihre Schule bekommen hat, ist unbekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie vor dem Dreißigjährigen Kriege 1618 - 1648 noch nicht existierte.
Nach dem Winsener Lagerbuch von 1681 besaß die Dorfschaft in Ohlendorf damals bereits eine Schulkote ohne Land. Sie stand auf dem Gelände gegenüber der heutigen Feuerwehr in der Straße "Zum Buchwedel". In den 1830er Jahren wurde diese Kote dann zu klein und renovierungsbedürftig.
1. SCHULNEUBAU AM SCHULBERG
Im Jahre 1838 wurde dann ein strohgedeckter Nachfolgebau auf dem ehem. Schulgrundstück in der Straße "Zum Schulberg" errichtet. 1885 erfolgte der erste Umbau. Dieser bestand bis zum August 1901, da Blitzschlag das Schulgebäude auf die Grundmauern niederbrennen ließ.
2. SCHULNEUBAU NACH BRAND
Nach drei Jahren konnte der Neubau am 17. Oktober 1904 eingeweiht und bezogen werden. Während der Zeit des Neubaus wurde der Unterricht in der Scheune des damaligen Besitzers Heine Peter Behr abgehalten.
LEHRER
Nach den Aufzeichnungen der Ohlendorfer Schulchronik ist der erste Lehrer um 1665 Hans Witte gewesen. 1760 hieß der Lehrer Jürgen Christ. Hoyer.
Die Pattenser Inspektionsakten berichten folgendes:
"Jürg. Chr. Hoyer, alt 58 Jahre, braucht schon die Brill, ist bei Weiland Superintedent Leukfeld bedienter und nie im Seminario gewesen, auch ohne alle Präparation ins Amt gekommen, schreibt die Worte leserlich, aber nicht richtig, rechnet Regel de Tri (Anm. Dreisatz) und verstehet etwas von Brüchen, lehret rein und accurat buchstbieren und lesen, ist ein grundehrlich Mann und hat Vertrauen und Liebe bei der Dorfschaft".
Folgende Lehrer sind in der Ohlendorfer Schulchronik genannt:
1665 Hans Witte
1760 Jürgen Christ
1799 Joh. Pet. Weselmann
1841 Joh. Heinr. Weselmann
1864 Peter Heinrich Tödter
1865 Johann August Friedrich Hengevoß
1903 Hans Kanatz
1905 Heinrich Jürgens
1914-1917 Lehrer Winkelmann aus Holtorf (Schulbetrieb zusammen mit Holtorfer Kindern)
1917-1923 Rudolf Behne
1923-1929 Albert Löding
1929-1935 Gustav Lachnicht
1935-1939 Hans Burmester
1939-1940 Erwin Stöckmann
1940-1944 ruht der Schulbetrieb aufgrund des 2. Weltkriegs, die Kinder werden in Ramelsloh unterrichtet
1944-1946 Hermann Bardowick
1947-1951 Friedrich Hinrichs
1951-1964 Arnold Kage
Im Jahre 1948 wurde aufgrund des Zuzuges von Heimatvertriebenen und der damit verbundenen erhöhten Schülerzahl ein 2. Klassenraum angebaut und eine zweite Lehrkraft wurde benötigt.
Neben anderen ist hier zu nennen:
01.04.1964 - 30.09.1964 Rosel Lansing
(Übergang zur Mittelpunktschule / Grundschule Ramelsloh, dort bis Beginn ihrer Pensionierung 1998 u.a. als Direktorin tätig)
SEIT 1964 GRUNDSCHULE RAMELSLOH
Die Ohlendorfer Kinder besuchten bis 1964 die Schule in Ohlendorf, da in diesem Jahr die Mittelpunktschule in Ramelsloh fertig gestellt wurde. Seitdem gehen die Ohlendorfer Kinder in Ramelsloh zur Schule.
Quelle:
Dederke, Peter 2005 - Pattensen - Die Geschichte eines Dorfes am Rande der Geest
Richers, Wilhelm 1977 - Die Chronik der Dörfer Ohlendorf und Holtorfsloh
Archiv Gemeinde Seevetal
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